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Einzelne Momente der Traurigkeit, Launenhaftigkeit und sogar Gefühle der Hilflosigkeit sind sowohl für Kinder, besonders für Jugendliche, wie auch für Erwachsene üblich. Aber wann sollte ein Elternteil oder Erwachsener, der sich um junge Menschen kümmert, sich Sorgen machen?

 

Wir alle wissen, dass diese Gefühle im Alltag eine wichtige Rolle spielen, sie können oft dazu führen, dass wir weitermachen und besser mit den Höhen und Tiefen des Lebens umgehen. Es gibt jedoch eine dunklere Seite, negative Gefühle wie Ablehnung, Angst, Wertlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit zu erfahren, besonders wenn diese Gefühle andauern oder länger als ein paar Wochen anhalten. Dies kann ein Indikator dafür sein, dass eine Person an Depressionen leidet.

Depression (schwere depressive Störung oder klinische Depression) ist eine häufige aber ernsthafte Stimmungsstörung. Sie verursacht schwerwiegende Symptome, die einen Einfluss haben wie wir mit unseren Gefühlen, unserem Denken und unseren täglichen Aktivitäten umgehen wie Schlafen, Essen, Geselligkeit und Arbeit oder Studium. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die depressiv sind, wissen oft nicht, warum sie sich so fühlen, wie sie es tun. Dies kann eine Diagnose schwierig gestalten, weil sie lernen können, ihre Symptome zu verbergen, indem sie in der Öffentlichkeit vorgeben, "OK" zu sein. Dies ist nicht so ungewöhnlich für Jugendliche und Erwachsene, weil sie nach einiger Zeit feststellen, dass ihre Symptome wie Traurigkeit, Launenhaftigkeit, Pessimismus und allgemeiner Mangel an Würdigkeit generell gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Aus Angst vor weiterer Ablehnung könnten sie diese Gefühle verbergen oder sich zu Gruppen hingezogen fühlen, die verständnisvoller sind jedoch nicht unbedingt auf „gesunde“ Weise.

Als Eltern und Erwachsene, die sich um junge Menschen kümmern, müssen wir uns der Symptome einer Depression bewusst sein, denn es handelt sich nicht um eine vorübergehende Stimmung oder Phase, und es ist kein Zustand, der ohne angemessene Behandlung verschwinden wird. Um eine Depression zu diagnostizieren, müssen die Anzeichen und Symptome mindestens zwei Wochen anhalten. Dazu gehören nicht nur die negativen Gefühle, die wir besprochen haben, sondern auch Veränderungen des Appetits, Schlafzyklen, lautstarke Ausbrüche oder anhaltendes Weinen, Konzentrationsschwierigkeiten, Rückzug aus Aktivitäten, die sie früher genossen haben, körperliche Symptome wie Magen- oder Kopfschmerzen (ohne offensichtliche Ursache) oder Suizidgedanken.

Wenn Ihr Kind oder ein in Ihrer Obhut befindliches Kind ständig unter diesen Symptomen zu leiden scheint, ist es wichtig, dass Sie so schnell wie möglich einen Kinderarzt oder Hausarzt aufsuchen. Die Suche nach Hilfe kann ein schwieriges Unterfangen für das Kind und seine Eltern sein, da es immer noch ein gewisses Stigma gibt, zuzugeben, dass es mit einem psychischen Problem zu tun haben könnte. Bevor Sie diesen Schritt tun, ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen, zu reden und dem Kind aktiv zuzuhören. Um dies zu tun, müssen Sie einen Moment finden, in dem Sie nicht unterbrochen werden, um über Ihre Bedenken zu sprechen. Lassen Sie das Kind oder den Jugendlichen offen reden und versuchen Sie nicht zu unterbrechen. Wenn ein Schweigen entsteht, wie es oft bei depressiven Menschen der Fall ist, so setzen Sie sich zu ihm und versuchen Sie ihm zu zeigen, dass Sie seine Gefühle akzeptieren. Es kann eine Weile dauern, bis das Kind die Maske fallen lässt, auch bei den Eltern. Nehmen Sie das nicht persönlich, es ist normal. Je offener Sie in Ihrer Akzeptanz sind, desto mehr wird es in der Lage sein, sich mitzuteilen. Wenn dies zu schwierig ist, so schlagen Sie eventuell vor, dass das Kind seine Gefühle mit einem anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen oder einem Therapeuten teilt. Mit der richtigen Diagnose und Unterstützung, die Beratung und medikamentöse Behandlung einschließen kann, kann Depression erfolgreich behandelt werden.

Als Eltern von depressiven Kindern oder Jugendlichen ist es auch wichtig, dass Sie Unterstützung bekommen.
Kinder, Jugendliche und ihre Eltern können sich auch an die Online Help unter www.kjt.lu wenden. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und anonym. Es kann eine große Erleichterung sein für Kinder, die an Depressionen leiden, und für ihre Eltern, zu wissen, dass sie nicht alleine sind.