Pubertaet klein

 

Schenkt man dem Volksmund glauben, so bedeutet die Pubertät das nackte Grauen. Aus dem doch so lieben Kind wird das sprichwörtliche Pubertier. Das Kind wendet sich von den Eltern ab, es hört einfach nicht mehr zu. Auch die äußere Erscheinung hat sich verändert, die einst süße Tochter tritt nun in schon fast damenhafter Erscheinung auf, wären da nicht die gefärbten Haare und der etwas zu kurze Rock. Sie interessiert sich plötzlich weniger für ihre Puppen, sondern viel mehr für Jungs. Wer glaubt er hätte es damit schlimm getroffen, der kann sich glücklich schätzen keinen Sohn zu haben. Das letzte Tischgespräch ist lange her, nun sitzt er stets mit gesenktem Kopf am Tisch und starrt auf sein Handy. Die gutgemeinten Ratschläge der Eltern werden als uncool abgetan, die verstehen ihn doch eh nicht. Ob nun Junge oder Mädchen, auf die Pubertät könnten die Eltern gut verzichten, oder vielleicht doch nicht?

Für viele Eltern wird das Thema Pubertät von gemischten Gefühlen begleitet. Sie wurden bereits mehrmals davor gewarnt, wie anstrengend ein pubertierender Jugendlicher sein wird. Der allgemeine Eindruck ist vor allem dadurch entstanden, dass schwierige Pubertierende besonders viel Aufmerksamkeit erregen. Diese Fälle werden noch jahrelang besprochen, man ist dankbar, dass die Pubertät endlich vorbei ist. Wie die Pubertät schlussendlich verläuft, ist jedoch von Jugendlichem zu Jugendlichem unterschiedlich. Nicht jeder Jugendliche durchlebt eine anstrengende Pubertät.


Die Pubertät bedeutet Veränderung. Wie mit einem pubertierenden Jugendlichen umgehen? Welchen Einfluss wird die Pubertät auf das Familienleben haben? Welche Themen müssen mit den Jugendlichen besprochen werden? Dies sind nur einige Fragen, die sich besorgte Eltern stellen. Eine Musterlösung hierfür gibt es nicht, denn jeder Jugendliche ist anders. Wichtig ist sie zu unterstützen, ihnen dennoch genug Freiraum zu lassen. Sie auch mal zu loben, denn wer am meisten mit den Veränderungen zu kämpfen hat, sind die Jugendlichen selbst. Ihr Körper verändert sich, Mädchen werden zu Frauen, Jungen zu Männern. Es gilt den passenden Umgang zu finden, ein Drahtseilakt zwischen Selbstfindung und Identitätskrise. Jugendliche erleben Druck durch Gleichaltrige, sie hinterfragen die Werte und Normen der Eltern und versuchen ihre eigene Persönlichkeit, ihren eigenen Weg und ihr eigenes Weltbild zu finden. Auch eine mentale Veränderung findet statt, der Verstand wird scharfsinniger, es entstehen neue Interessen. Sie beginnen die Welt in einem anderen Licht zu sehen. Mit den neu erworbenen Fähigkeiten begeben sie sich auf die Suche nach dem neuen Selbst, aber auch nach den eigenen Grenzen.


Es ist schwierig sich vollends auf die Pubertät vorzubereiten, denn sie birgt einige Überraschungen. Man kann sich jedoch im Vorfeld darüber informieren. Denn auch, wenn sich viele bewusst sind, dass die Pubertät zwangsläufig eintreten wird, so wird der Gedanke doch oftmals verdrängt. Man hält am Gedanken eines Kindes fest, das bewundert zu einem hochschaut, das dankbar Ratschläge annimmt, das noch von den Eltern abhängig ist. Daran ist auch nichts falsch. Die Pubertät tritt jedoch in einigen Fällen mitten in der Kindheit ein. Nitsch, Beil & von Schelling (1995) zufolge kann die Pubertät bei Mädchen im Alter von 10 bis 11 Jahren eintreten. Andere Quellen, wie Wikipedia, geben den Beginn der Pubertät bereits mit 8 bis 9 Jahren an. Bei Jungen fängt die Pubertät meist etwas später an. Bei diesen Angaben handelt es sich um Richtwerte, bei einigen beginnt sie früher, bei anderen später. Mit diesem Wissen hat man als Elternteil schon einen wichtigen Teil der Vorbereitung unternommen.
Schlussendlich passiert viel in der Pubertät. Ihr Kind reift zu einem jungen Erwachsenen, es entwickelt neue Interessen, es wird seine ersten Liebesbeziehungen erleben. Auch für Sie als Elternteil gibt es Veränderungen: Ihr Kind entwickelt seine eigene Identität, es macht seine eigenen Erfahrungen, es wird selbstständiger. Es wird Situationen geben, die Sie auf die Probe stellen. Möglicherweise wollen Sie Ihr Kind unterstützen, ihm aber auch den nötigen Freiraum lassen. Sie erleben innere Konflikte. Sie wollen Ihr Kind schützen, dennoch muss es seine eigenen Erfahrungen machen. Eine Musterlösung gibt es nicht, denn jede Familie ist anders.


Die Pubertät der eigenen Kinder und viele andere Themen machen Eltern Sorgen; sie fühlen sich gefordert, auch mal überfordert. Sie wünschen sich Hilfe und Unterstützung – und das ist in Ordnung!
Das Elterntelefon 26 64 05 55 bietet Beratung, Information und Orientierung. Das Angebot ist anonym und vertraulich. Hier sind Sie jederzeit willkommen, wenn Sie die Veränderungen, die mit der Pubertät einhergehen bedrückt, sorgt, überfordert oder sie Fragen zu diesem und anderen Themen haben. Speziell ausgebildete Berater können sie unterstützen und beraten, sowie ihnen gegebenenfalls die zuständigen Beratungsstellen vermitteln.

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Wir sind von montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, sowie mittwochs abends von 17 bis 20 Uhr unter der Nummer 26 64 05 55 für Sie da.